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Alarmzeit

Dienstag, 21. Oktober 2014, 18:26 Uhr

Alarmierte Stufe

Hilfe 1 Serres | Hilfe 1 Wiernsheim

Eingesetzte Kräfte

HLF 20/16 Wiernsheim
LF 8 Wiernsheim
MTW Wiernsheim
LF 8/6 Iptingen
MTW Iptingen
LF 8 Pinache
LF 8/6 Serres
VRW Mühlacker
Polizei

Unwetterschäden, Wiernsheim

Die Räumung von Asylantencontainern war so ziemlich das letzte, womit die Feuerwehr gerechnet hatte, als sie zur Beseitigung von Sturmschäden alarmiert wurde.

Der Durchgang einer markanten Kaltfront war von den Wetterdiensten angekündigt worden, der DWD hatte eine entsprechende Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen herausgegeben.

Die Front kam pünktlich, aus dem westlichen Enzkreis folgten auch schnell die entsprechenden Schadensmeldungen. Einige Minuten nach der Feuerwehr Mühlacker wurde auch die Feuerwehr Wiernsheim zu Sturmschäden in den Wald zwischen Serres und Großglattbach alarmiert - und dies offenbar mit allen vier Abteilungen.

Auf jeden Fall trafen sich bei einem Baum, der die halbe Fahrbahn blockierte, Löschfahrzeuge aus drei Abteilungen, denen später noch ein viertes folgte. Während dieses Hindernis schnell beseitigt war, fahndeten einige der gerade eben schon beteiligten Fahrzeugbesatzungen bei einem Folgeeinsatz vergeblich nach einem Baum, der angeblich die Iptinger Straße in Wiernsheim blockieren sollte.

In Wiernsheim wurden parallel dazu zwei Dachschäden inspiziert. Die Feuerwehr stellte die Beleuchtung und sicherte die Leitern, auf denen die jeweiligen Eigentümer kontrollierten, inwieweit ihr Dach von Sturmschäden betroffen war. Instandsetzungsarbeiten auf den jeweiligen Dächern wurden während des Sturms natürlich keine vorgenommen.

Als krönender Abschluss begann um 20. 17 Uhr der aufwendigste Einsatz scheinbar harmlos. Während die Besatzung des HLF 20/16 aus Wiernsheim noch im Wohngebiet Roßland II ein Dach ausleuchtete, war das Wiernsheimer LF 8 bereits an einem umgestürzten Baum eingetroffen, der die Lindenstraße halbseitig blockierte. Bei der Erkundung stellte der Gruppenführer - hauptberuflich Forstwirt - allerdings fest, dass nur ein Teil des Baums auf die Fahrbahn gestürzt war. Der andere, weitaus größere Teil, drohte auf die direkt benachbarten Asylantencontainer zu stürzen, die auf dem Parkplatz der Lindenhalle aufgestellt sind. Nach Klärung des Sachverhalts mit dem zuständigen Förster wurde beschlossen, den Baum noch in der Sturmnacht zu fällen.

Der Feldahorn wurde mit dem Mehrzweckzug gesichert, während der Abteilungskommandant und der Hauptamtsleiter sich mit den Bewohnern der Container verständigten - meist auf Deutsch, manchmal auch auf Englisch. Die Betroffenen wurden für die Zeit der Fällung ins Foyer der benachbarten Lindenhalle ausquartiert, in der zu diesem Zeitpunkt noch die örtlichen Handballerinnen trainierten. Als klar war, dass alle 19 Personen, die an diesem Abend in den Containern gewesen waren, sich in der Halle eingefunden hatten, wurde der beinahe 20 Meter hohe Baum gefällt. Es war eine Punktlandung. Die Bewohner der Container konnten zurück, die Feuerwehr zerlegte den Baum und räumte auch die Straße frei.

Eigentlich hatten einige Angehörige der FF Wiernsheim an einer Übung der Führungsunterstützungseinheit Enz teilnehmen wollen. Doch die wurde kurz vor 19 Uhr abgesagt - auf Anfrage hatte die Feuerwehrleitstelle gemeint, das wäre vielleicht besser so. Und statt des ersatzweisen Trainings im Wiernsheimer Feuerwehrhaus entwickelte sich sehr schnell ein Einsatz, den sich nicht nur die Mitglieder der Führungsunterstützungseinheit so nicht vorgestellt hatten. . .

Autor: FF Wiernsheim,     Erstellt: 04. 11. 2014,     Aktualisiert: 31. 03. 2020,    

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